Schiefermuseum und Tourist-Information der Rennsteigregion mit neuem Anstrich

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Heller, freundlicher, zeitgemäßer: Die Tourist-Info der Rennsteigregion im Frankenwald wurde während des Corona-Lockdowns auf Vordermann gebracht.

Heller, freundlicher, zeitgemäßer: Die Tourist-Info der Rennsteigregion im Frankenwald wurde während des Corona-Lockdowns auf Vordermann gebracht. Der zentrale Anlaufpunkt im Deutschen Schiefertafelmuseum präsentiert sich nunmehr im modernen Gewand.

„Herzlich willkommen“ : Beim Betreten der neugestalteten Tourist-Info der Fränkischen Rennsteigregion fällt der Blick sofort auf die an der Wand angebrachte – von Martin Rentsch geschaffene – Schiefertafel. Der Willkommensgruß ist nur eine von zahlreichen Neuerungen, durch die die Anlaufstelle nunmehr wesentlich moderner und strukturierter wirkt. „Eigentlich war eine Modernisierung längst überfällig“, erklärt die Rennsteig-Tourismus-Chefin Manja Hünlein, deren Büro sich im Eingangsbereich des Deutschen Schiefermuseums in Ludwigsstadt befindet. Der vor rund 20 Jahren neu gestaltete Bereich sei mit der Zeit immer voller geworden. Daher habe er zuletzt sehr überladen und unübersichtlich gewirkt und gleichzeitig einen dunklen Eindruck vermittelt. Im Tagesgeschäft habe jedoch zum einen die Zeit für eine Neugestaltung gefehlt; zum anderen wäre dies mit dem laufenden Betrieb nicht vereinbar gewesen. Während der corona-bedingten Schließung konnte man diese Maßnahme nunmehr endlich angehen. „Uns war es wichtig, dass unsere Gäste einen freundlich und einladend wirkenden Ort vorfinden, der zeitgemäß ist und an dem sie sich willkommen fühlen“, betont Manja Hünlein. Für die Umsetzung wurden das Mobiliar, die Farbgebung und Dekoration wie auch die Lichtverhältnisse optimiert, um den Raum offener zu machen. Offene Wandregale setzen verschiedene – in der Tourist-Info zu erwerbende – Bücher rund um unsere schöne Heimat in Szene.

Auch einige Exemplare des putzigen „Schieferbeißers“ mit dem Namen „Schorsch“ finden hier Platz und begrüßen die Gäste. An der anderen Wand prangt der Schriftzug „Dank und Anerkennung dem Stifter und Ehrenbürger Hermann Söllner“ sowie daneben ein Bild des großen Gönners der Stadt. Durch die nach ihm benannte, 1991 gegründete Stiftung konnte überhaupt erst das ehemalige Fabrikgebäude in der Lauensteiner Straße als neuer Standort für das zuvor in der ehemaligen Dorfschule in Steinbach/Haide beheimatete Museum erworben werden. Auch die Kosten für die Neugestaltung trägt die Stiftung.

Die beiden Schreibtische sind regionstypisch verkleidet. Während den einen Arbeitsplatz eine schieferähnliche Verkleidung ziert, wurde der andere Tresen mit einem echten Hingucker verkleidet. Eine Plexiglas-Platte zeigt Zeichnungen urheberrechtlich geschützter Figuren des Heimatkünstlers Ewald Müller. Der im Jahre 1995 verstorbene Waldbauer drückte seine Liebe zur Heimat unter anderem mit seiner bekannten historischen Weihnachtskrippe im thüringisch-fränkischen Schiefergebirge aus. Anschaulich spiegelt diese das Leben und Arbeiten der Menschen im Frankenwald und im Schiefergebirge des 19. und 20. Jahrhunderts. Einige der von ihm sehr detailreich geschaffenen Holzfiguren sowie einen Teil der von ihm geschilderten Arbeitsabläufe hat Katharina Scheidig auf der Plexiglas-Scheibe festgehalten. „Wir möchten damit unseren Besuchern beim Betrachten ein visuelles Erlebnis bieten. Sie sollen darüber nachdenken, wie hart und mühevoll die Arbeit der Schieferbrücher war“, erläutert Manja Hünlein die Intention dahinter.

Durch die Neukonzeption erscheint die Anlaufstelle wesentlich aufgeräumter, übersichtlicher und heller. Zu diesem Effekt trägt insbesondere auch das neue Lichtkonzept bei, wobei moderne LED-Panels für ein angenehm warmes Licht sorgen.

Große Unterstützung bei der Neugestaltung hat die Tourismus-Chefin von ihrem Team erfahren, das im Wesentlichen aus Mitgliedern der geologisch-heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft GHAG besteht. Gemeinsam ist man auch in Corona-Zeiten alles andere als untätig. „Manche Leute mögen sich vielleicht fragen, was wir in der Tourist-Info während des Lockdowns machen. Aber wir haben immer etwas zu tun und haben die Zwangspause wirklich gut genutzt“, betont sie. Hierzu zählen insbesondere Säuberungsarbeiten im Museum, wobei jedes einzelne Exponat abgestaubt wird. Enorm zeit- und arbeitsaufwendig ist auch die Digitalisierung und Archivierung des Museumsinventars. Diese Maßnahme dient nicht zuletzt dazu, um sich innerhalb aller nichtstaatlichen Museen besser vernetzen und gegenseitig Ausstellungsstücke austauschen zu können. „Wir sind in der Corona-Zeit unglaublich als Museumsfamilie zusammengewachsen. Alle Museen der Region sitzen ja im selben Boot und haben die gleichen Probleme; das verbindet uns“, stellt sie heraus.
Ideen und Initiativen entwickelt

Gemeinsam habe man Ideen und Initiativen entwickelt, um auch während der Schließung im Gedächtnis zu bleiben und nicht in Vergessenheit zu geraten. „Wir stehen in den Startlöchern“, bekundet Manja Hünlein. Gemeinsam mit ihrem Team freut sie sich auf eine hoffentlich baldige Wiederöffnung bzw. Teilöffnung.

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